ABOUT

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ÜBER UNS

Im Zusammenspiel zwischen Architektur, Forschung und Kuration schafft LU’UM Begegnungsorte im urbanen Raum.

Unsere Perspektive ist stets transdisziplinär und vereint Kompetenzen aus urbanistischer Forschung, Architektur, Kulturwissenschaften und -produktion, Design, künstlerischer Praxis, und Handwerk. Mit dem Ziel, Menschen zusammenzubringen, Dialoge zu eröffnen und Wissensproduktion zu fördern, schaffen wir performative und gebaute Interventionen im öffentlichen Raum. Durch unsere prozessbasierte Arbeitsweise möchten wir Möglichkeiten aufzeigen, Denkprozesse anregen und Räume zum gemeinsamen Experimentieren schaffen. LU’UM kooperiert mit öffentlichen und privaten Institutionen und verwicklicht eigene Projekte.

UNSER VERSTÄNDNIS VON… DAS LU’UM GLOSSAR

BEGEGNUNGSRÄUME

Unsere Versammlungsorte können physische sowie virtuelle Räume sein, die Begegnungen beherbergen, initiieren und begleiten. Als Orte der Zusammenkunft und des Austauschs wohnt ihnen ein Potential als Denklabore inne, das wir nutzen und fördern wollen. In Form gebauter und digitaler Begegnungsstätten schafft LU’UM Räume, in denen unterschiedlichste Menschen, Dinge und Vorstellungen miteinander in Kontakt treten, voneinander lernen und Ideen entwickeln können. In Abhängigkeit von Faktoren wie Ort, Zeit und Nutzenden entstehen temporäre Innovationsorte, die Vorstellungskraft und Diskussionen zur Zukunft unseres Zusammenlebens eine Plattform bieten. Wir unterstützen dies durch individuell abgestimmte gebaute Strukturen und eine vermittelnde kuratorische Praxis. Dabei sind Begegnungsräume in ihrer Vielschichtigkeit stets auch Orte der Differenz – unser Ziel ist es, einen Austausch zwischen diesen Differenzen zu ermöglichen und Wissensproduktion zu fördern. 

ARCHITEKTUR

Architektur ist für uns gleichsam Denkansatz und Instrument zur Schaffung und Erforschung von Räumen. Der architektonische Entwurf ist somit nicht nur Grundlage für die Konstruktion eines Gebäudes, sondern beschäftigt sich mit Beziehungen, Prozessen, Proportionen, Zusammenhängen und Wirkungen. In unserer Praxis nutzen wir Architektur nicht nur zur Gestaltung physischer, sondern ebenfalls zur Konstruktion sozialer und digitaler Räume. Als materielle Bedingung, in dem sich soziale Prozesse artikulieren, kommt ihr dabei eine besondere Bedeutung zu: Denn Räume strukturieren unser Handeln und unser Handeln schafft wiederum Räume. Um dieser Wechselwirkung gerecht zu werden, arbeiten wir mit modularen Strukturen, die es erlauben, flexibel auf entstehende Bedarfe und Möglichkeiten zu reagieren. Auf diese Weise schaffen wir Architekturen, die performativ mit dem sozialen Raum und der Zeit zu interagieren können. 

Temporäre Strukturen wie der Holzpavillon envilago, mobile Stadtmöbel, Ausstellungsdesigns oder digitale Versammlungsräume stellen die Infrastruktur unserer Begegnungsorte dar. Wir entwerfen bedarfsorientiert und im Bewusstsein einer fragilen Umwelt-Mensch Beziehung. Von uns gestaltete und gebaute Strukturen sind darauf ausgelegt, von Ort zu Ort wieder aufgebaut zu werden und führen eine nomadische Existenz. Ziel ist es stets, Räume als Prozess zu erdenken und zu erschaffen.

FORSCHUNG

Wir verstehen Raum als relationales Gefüge, das sich aus sozialen, physischen und kulturellen Praktiken, Objekten und Prozessen zusammensetzt. Um lokale Orte zu nutzen, gilt es also zunächst, deren Eigenlogik zu ergründen. Hier profitieren wir von den diversen Hintergründen unserer Mitglieder, die ihre Perspektiven und Forschungsmethoden in eine vielschichtige Bestandsaufnahme einbringen. 

Unser empirischer Forschungsansatz ist vorrangig ethnographisch und in diesem Sinne ganzheitlich, gegenstands- und alltagsorientiert. In der aktiven Auseinandersetzung mit und der Bespielung von Räumen nutzen wir künstlerische experimentelle Methoden, um Wissensbestände zu erfassen, neu anzuordnen und zu vermitteln. Im Vordergrund steht dabei,  die Beziehung zwischen öffentlichem Raum und dessen (potentiellen) Nutzenden zu erfahren, und eine kollektive Wissensproduktion zu ermöglichen. Durch die Dokumentation von Prozessen möchten wir diese einem breiten Publikum zugänglich machen und zur Diskussion stellen. Schlussendlich sehen wir uns auch hier als Mediator:innen, die Interessierte dazu ermutigen, mit zu sprechen und zu gestalten.

KURATION

Der Begriff der Kuration kommt aus dem lateinischen curare und bedeutet “pflegen” oder “sich sorgen um”. Dieser Aspekt unserer Vorgehensweise beinhaltet die Gestaltung und Begleitung von Formaten des Austausches und des Experimentierens. In von uns geschaffenen oder genutzten Begegnungsräumen kuratieren wir Workshops zur kollektiven Wissensproduktion, Gesprächsformate, Kollaborationen mit Institutionen, Gruppen und Individuen, performative Interventionen oder Ausstellungen und ermöglichen somit einen Dialog zwischen verschiedenen Positionen im öffentlichen Raum. 

KO-KREATIVITÄT

Ko-Kreativität bedeutet gemeinschaftliches Denken, Konzipieren und Handeln, das aus interdisziplinärem Austausch entsteht. Besonders im Rahmen komplexer Fragestellungen und Projekte empfinden wir diese Arbeitsweise als dynamisch und bereichernd. Zur Erweiterung unseres Wissens, unserer Kompetenzen sowie zur Ideenfindung kooperieren wir häufig mit Institutionen und Akteur:innen auf lokaler und globaler Ebene. So entstehen Reallabore, in denen sich transdisziplinäres Wissen und Ideen entfalten können. Das Prinzip der Ko-Kreativität ergänzt sich dabei optimal mit unserem Ansatz der prozessbasierten Gestaltung. 

Und auch innerhalb des Kollektivs arbeiten wir ko-kreativ: Die Interdisziplinarität der Mitglieder:innen ermöglicht es uns, Projekte mit vielschichtigen Perspektiven anzugehen, um einem Verständnis der Komplexität von Räumen und Prozessen näher zu kommen.

PROZESSBASIERTE GESTALTUNG

Die zehn klassischen Leistungsphasen architektonischer Projekte sind höchst linear angelegt. Jede Phase baut auf dem vorherigen Abschnitt auf und verfolgt nur ein Ziel: Das Endprodukt. 

Unserem Verständnis nach ist die Stadt(gesellschaft) – und mit ihr die gebaute Umwelt – jedoch stets in Bewegung. Eine lineare Beplanung und Bespielung des städtischen Raumes steht dessen Beschaffenheit somit konträr gegenüber. Um der Prozesshaftigkeit des Urbanen gerecht zu werden und mit ihr zu interagieren, sind fluide Arbeitsweisen und Modelle notwendig, die nicht auf ein statisches Ergebnis hinarbeiten. 

Für unsere Projekte haben wir ein zyklisches Modell entwickelt, welches sich im Prozess des Forschens, des Entwerfens, des Bauens und der Nutzung stets hinterfragt und somit eine hohe Flexibilität aufweist. Diese prozessbasierte Gestaltungspraxis legt den Fokus auf die Verfahrensweise und versteht ein Ergebnis niemals als endgültiges Produkt, sondern vielmehr als temporären und vergänglichen Zustand. Wichtige Bestandteile unseres Designansatzes sind somit die Schaffung von Strukturen, welche verschiedenste (unerwartete) Aneignungsformen durch die ihre Nutzenden ermöglichen sowie die stetige Evaluation unserer Praxis und des Raumes, in dem wir uns bewegen.

ABOUT US

LU’UM designs, builds, researches and curates spaces of encounter in the urban space.

Our perspective is always transdisciplinary and combines competences from the field of urbanism, architecture, cultural studies and culture production, design, artistic practice and craftsmanship. Through the creation of performative and built interventions in public space, we aim to bring people together, to open dialogues and to foster knowledge production. Our process-based working approach intends to reveal  opportunities, to initiate  collective and individual thinking processes as well as to  create spaces for collective experimentation. LU’UM cooperates with public and private institutions and realises their own projects .

We are surrounded by a porous membrane protecting our practice while allowing inside-outside relations to take place. Therefore we operate as a continuous project of self-alteration. While creating our own values, protocols and behaviours we never rest. Avoiding certainty we never arrive. We pursue the dream of instituting as if it were possible. 

Driven by the urgency of caring for urban landscapes in need of regeneration our practice recently focussed on the inner-city of Hamburg. In collaboration with the housing cooperative Gröninger Hof we establish a real world laboratory in a former car repair shop. Moreover, we contributed mobile street furniture to the project Car-free Rathausquartier to imagine a future of nomadic using patterns of public space formerly occupied by cars.