SOLD OUT

By javier, März 2, 2020

SOLD OUT – Genossenschaftliches Wohnen und Arbeiten im Parkhaus
Werkstatt Gröninger Hof – 2.3.2020

Die Stadt Hamburg hat der Genossenschaft Gröninger Hof das Parkhaus in der Neuen Gröningerstraße anhand gegeben. Das Pilotprojekt in der Altstadt öffnet sich nun für neue Mitglieder um die Planung und Finanzierung für eine Wohn- und Gewerbenutzung voranzutreiben.

Doch was bedeutet das nun genau? Oft sind die Prozesse in der Standentwicklung langwierig und somit für Außenstehende schwer zu verfolgen. Für uns als aktive Mitgestalter*innen unserer städtischen Umwelt ist es von zentraler Bedeutung den Wandel verständlich zu kommunizieren und diese Prozesse für unsere Mitmenschen zugänglich zu machen. Aus diesem Grund lud die Genossenschaft Gröninger Hof und LU’UM zum Gespräch in die Werkstatt um, in der Folge des Erfolges im Konzeptvergabeverfahrens, eine Bestandsaufnahme zu machen und den Blick auf die nächsten Schritte zu legen.

Als Teil des Austausches zu Fragen nach Eigentum und Wohnraum wurde die Werkstatt von dem Künstler Florian Huber in Form einer räumliche Installation umgestaltet.

In dem Gespräch wurde über folgende Themen gesprochen:

Was macht die gemeinnützig organisierten Genossenschaften zu einem Faktor in der Bereitstellung von nicht gewinnorientierten Wohnraum?

Welche Qualitäten bezüglich Diversität, Gemeinschaft, Teilhabe, Offenheit, Flexibilität, Bezahlbarkeit und Verantwortungsbewusstsein kommen zu Trage? 

Welche Möglichkeiten zur Finanzierung solcher Vorhaben bestehen und wie können wir von vergleichbaren Projekten in Hamburg lernen? 

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Gäste:

Philippa Dorow (Gröninger Hof/ IBA Hamburg)

Philippa Dorow ist Gründungsmitglied der Genossenschaft Gröninger Hof. Sie wollte endlich mal nicht wütend sein, das die Stadt ein Filetstück einfach verkauft und hat nun gemeinsam mit Ihren Mitstreiter*innen das Parkhaus gepachtet. Als Projektkoordinatorin bei der IBA Hamburg ist sie mit mit städtischen Entwicklungsvorhaben vertraut.

Anais Wiedenhöfer (LU’UM/ Urban Design Hamburg)

Anais Wiedenhöfer ist Mitglied von LU’UM und Moderatorin des Gesprächs. Sie ist Co-Autorin des Buches “Genossenschaftliche Wohnraumproduktion in München und Zürich” herausgegeben vom Berliner Verlag botopress. Als Teil des Lehrstuhls Urban Design lehrt sie u.a. zu Fragen der Wohnproduktion in Hamburg.

http://ud.hcu-hamburg.de/projects/publications/everyday-urban-design-4-genossenschaftliche-wohnraumproduktion-in-zuerich-mnchen-akteur-innen-prozesse-modelle-regularien-gleichzeitigkeiten

Tobias Trapp (Kolbenwerk Genossenschaft)

Tobias Trapp ist Mitglied der Genossenschaft Kolbenwerk. Durch das Erlangen von Eigentum haben die Genossen es erreicht eine innerstädtische Immobilie in Ottensen vom Markt zu entkoppeln. So schaffen sie es dauerhaft Kleingewerbe- und Handwerksbetrieben Flächen zu einem günstigen Mietpreis zur Verfügung zu stellen.

Björge Köhler (SPD Hamburg / urbanista)

Björge Köhler ist Experte für Wohnen und Stadtentwicklung bei der SPD Hamburg. Durch seine Rolle als ASTA Vorstand an der HCU haben wir als LU’UM ihn häufig für seine Ideale und Werte eintreten sehen. Er arbeitet als Architekt im Büro von Urbanista, welches sich zum Ziel setzt Städte und Nachbarschaften mit den Menschen vor Ort zu gestalten.

Installation

Florian Huber

Schaut man sich die Arbeiten und die Wahl der Materialien an, so scheint es, als erfinde sich der in Hamburg lebende Künstler Florian Huber ständig neu. Seine Werk- und Materialliste ist mittlerweile lang. Sie reicht von riesigen Installationen aus Bauzäunen, über Skulpturen aus Natodraht, in Epoxidharz eingegossene Rückstände unserer Konsum- und Partygesellschaft, monochrome Strukturatbeiten, die wie dreidimensionale Malereien anmuten, bis hin zu tatsächlicher Malerei. Doch auch wenn die Materialien der Werke und ihre Erscheinung so unterschiedlich sind, bleibt sich der konzeptionell arbeitende Künstler Huber in der Wahl seiner Themen stets treu. Hier dreht sich alles um Vergänglichkeit, Konsum(Gesellschaft), die Frage, wann ein Ding nicht mehr bloßer Gegenstand ist, sondern Teil eines Kunstwerks und welche Rolle der Künstler selbst in diesem wertschaffenden System einnimmt bzw. überhaupt noch einnehmen kann. (Text: Lara Bader, Kunsthistorikerin MA)

https://www.florianhuber.art